Start • Archiv • Femme Fatale
Femme Fatale
Femme Fatale
Ein Beispiel ist das Klischee der schönen Zigeunerin.
Was man auf dem Bild auf den ersten Blick nicht sieht: Die so abgebildete Frau wird zu einem Objekt der Romantisierung und der Verachtung – kurz zu einem Lustobjekt – gemacht. Sie ist anziehend und fasziniert – sie verheißt aber auch Unheil: Ebenso wie die Roman-Figur Carmen des französischen Schriftstellers Prosper Mériméé (1803-1870).
Frauen, die unter der rassistischen Fremdbezeichnung dargestellt sind, werden in den vorliegenden historischen Beständen nicht so präsentiert, wie das „ideale“ Frauenbild verlangte. Viel schlimmer noch: Die Vielzahl der vorliegenden Aufnahmen suggeriert, dass Frauen, denen die rassistische Fremdzuschreibung übergespült wurde, dem konstruierten Typ entsprechen.
Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die jungen Frauen, die heute den Communities zugeschrieben werden, so tatsächlich gekleidet waren, während sie ihren Alltag bestritten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die künstlerischen Arbeiten der Fantasie der meistens männlichen Künstler entstammten. Bei den Fotografischen Arbeiten kann man davon ausgehen, dass die Frauen von den ebenfalls männlichen Fotografen für diese Bilder bezahlt wurden – wie Models heute noch bezahlt werden.
Es kann nicht geklärt werden, ob die so dargestellten Frauen jemals gewusst haben, dass diese Aufnahmen von ihnen inMassenmedien die Jahrhunderte überdauern würden. Wir wissen in den meisten Fällen nicht, wer diese Frauen waren. Ihre Namen und Geschichten sind meistens unbekannt.