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Eines der bedeutendsten Archive in Europa

Archiv, Bibliothek und Dokumentationszentrum

Wir sammeln aktiv, um gemeinsam das Narrativ zu verändern. Wir laden alle Menschen aus den Communities ein, sich zu beteiligen.

Warum ist ein Archiv wichtig?

Sammeln als politische Aktion.

Im Archiv und Dokumentationszentrum werden unter anderem Grafiken, Bildpostkarten, Plakate, Fotografien, Nachlässe, Dokumente der Bürger:innenrechtsbewegung und Zeitzeug:inneninterviews bewahrt. Die entstandene Sammlung ist einzigartig und gehört inzwischen zu den bedeutendsten in ganz Europa. Die Hauptaufgabe des Archiv- und Dokumentationszentrums besteht darin, die Erinnerungen aus den Communities, insbesondere die Narrative und subjektiven Erfahrungen zu sammeln.
Ziel ist es, die Stimmen z.B. der Bürger:innenrechtsbewegung von, mit und für Rom:nja und Sinti:ze zu bewahren und wichtige Ereignisse aus den Perspektiven von Rom:nja und Sinti:ze nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die an das Archiv angeschlossene Präsenzbibliothek verfügt über eine in Europa einzigartige Sammlung belletristischer und (auto-)biografischer Werke von Rom:nja und Sinti:ze sowie einen großen Bestand an romanessprachiger Literatur.
Die Sichtbarkeit der Rom:nja-Communities wurde mehr oder weniger aktiv durch Diskriminierungen eingeschränkt. Wir brauchen einen Ort, an dem es diese Einschränkung nicht gibt.
Selma Idrizi Vorstand des Rom e.V.
Jedes Volk hat sein Archiv. Es ist ein Ort, an dem das Gedächtnis aufbewahrt wird. Das hat nicht nur historische Gründe: Wer seine Vergangenheit kennt, kann seine Zukunft steuern.
Ruždija Sejdović Vorstand des Rom e.V.
Bibliothek

Über 7.000 Medien zur Roma-Geschichte.

Die Präsenz­bibliothek verfügt über mehr als 7.000 Medien. Neben wissenschaftlichen Publikationen sind aktuelle Zeitschriften­bestände, AV-Medien und eine einzigartige Sammlung belletristischer Werke von Angehörigen der Communities zugänglich.

7.000+

Medien

AV

Audiovisuell

DE / EU

Schwerpunkt
Innenansicht der Präsenzbibliothek im Archiv Rom e.V. mit Bücherregalen, Schreibtischen und Arbeitsplätzen für Besucher:innen
Sammlung

Dokumente und Objekte

In den Magazinen des Rom e.V. befinden sich zehntausende Dokumente und Objekte.
Die Sammlung umfasst u.a. Fotografien, Gemälde, Plakate, Flyer, Transparente von Demonstrationen, Pressesammlungen, Akten, Videos, Audios, Interviews sowie Ansichtskarten und Grafiken. Als Leihgaben befinden sich Objekte aus der Sammlung deutschlandweit in Ausstellungen. (Haus der Geschichte Bonn, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, FHXB-Museum Berlin)
Fortlaufend werden die alten und neuen Bestände inhaltlich erschlossen und für die Nutzung zugänglich gemacht.
Aus dem Digitalisierungs-Projekt DIGIRom (2020-2023) ist die wissenschaftliche Publikation „Bilder- Macht-Antiziganismus“ entstanden.

Einblick in die Sammlung

Bedeutende thematische Bestände umfassen:

1990

Dombesetzung und „Bettelmarsch“

Dokumentation des Kampfs um Bleiberecht in Fotos, Korrespondenz mit Politik und Selbstorganisation, Akten zum Verfahren, …

1989

Kölner Modell (A+B Stelle)

Dokumentation der rassistischen Datensammlung und -Austausch von Kölner Behörden, getarnt als Beratungsstelle.

1994

Brandanschlag in der Lüderichstraße in Köln-Humboldt-Gremberg

Tödlicher Brandanschlag am 26.01.1994, in dessen Folge viele Personen aus der Community verletzt wurden, zwei Menschen wurden getötet.

ab 1990

„Spur“ und „Stolpersteine“ gegen das Vergessen von Gunter Demnig und Rom e.V.

1995

Razzia Poller Holzweg

2001

Containerlager Köln-Kalk

2002

Kampagne gegen minderjährige Rom:nja unter dem Slogan „Klau-Kids“

Dokumentation zu Kölner Polizeiakten aus der NS-Zeit

2002

Zäzilia Reinhardt gegen Leni Riefenstahl

2002

(Teil-)Nachlässe von u.a.

  • Katrin Reemtsma
  • Joachim S. Hohmann
  • Reimar Gilsenbach
  • Hermann Arnold
Nutzung

Archiv, Bibliothek und Dokumentationszentrum

… stehen im Rahmen der Nutzungsordnung und nach vorheriger Terminabsprache allen Interessierten offen.
BP
Bibliothek, Archiv und Dokumentationszentrum

Benjamin Peterle-Pick

MAIL
Benjamin.Peterle-Pick[at]romev.de
Bibliothek, Archiv und Dokumentationszentrum

Benjamin Peterle-Pick

MAIL
Benjamin.Peterle-Pick[at]romev.de
PROJEKTE

Aktuelle Projekte

Unser vom Bundesministerium des Innern gefördertes Projekt
Amari Arxiva – Bewahren & Re(Präsentieren) hat zwei Bereiche

Bereich I Bewahren – Archiv:

Erschließung von drei Nachlässen, die von bundesweiter Bedeutung sind. Die drei Bestände befinden sich bereits im Eigentum des Archivs des Rom e.V. Sie konnten jedoch noch nicht tiefergehend bearbeitet werden. Diese werden nun konservatorisch bearbeitet, archivgerecht verpackt und professionell in einer Datenbank erfasst.

Bereich II – (Re)Präsentieren:

Im Bereich (Re)Präsentieren wird es darum gehen, Inhalte des Projekts und der Bibliothek sichtbar und für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen und nachhaltig zu sichern. Die Bibliothek soll stärker zu einer Begegnungsstätte, zu einem Lernort werden, im Sinne eines „Dritten Ortes“ (ein öffentlich zugänglicher, nicht kommerzieller Ort der Begegnung und Kommunikation).

Projektlaufzeit 15.04.-31.12.2026.

Ein Projekt, das die Lebens­realitäten von Rom:nja und Sinti:ze in Köln und der Region sichtbar macht — durch Stimmen, Bilder und Geschichten aus den Communities selbst.
„WIR SIND HIER“ sammelt Porträts, biografische Texte und Foto-Essays aus der Roma-Community in Köln und Umgebung. Das Material ist nicht über die Communities, sondern von, mit und für sie entstanden.
Inhaltliche Schwerpunkte sind Alltagserfahrungen, intergenerationale Erinnerungen, Aktivismus, Kunst und Kultur. Die Arbeit greift bewusst die Lücke auf, die in dominanten Bildarchiven besteht.
Das Projekt versteht sich als fortlaufende Sammlung: Neue Beiträge entstehen kontinuierlich in Zusammenarbeit mit Community-Mitgliedern, Fotograf:innen, Schreibenden und dem Archiv-Team.
Bilder, Texte und Tondokumente werden im Archiv aufbewahrt und teilweise online zugänglich gemacht — als Quelle für Bildungs­arbeit, Forschung und Erinnerung.

DIGIRom (2020-2023)

Das Projekt DigiRom wurde 2020-2023 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms eHeritage II über den Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert. Der Rom e.V. kooperierte mit prometheus bildarchiv e.V. und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, vertreten durch das Interdisziplinäre Zentrum – digitale Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das Projekt DigiROM

Das Projekt war der Digitalisierung, Erschließung und kritischen Erforschung des umfangreichen Bestandes der Ansichtskarten und Grafiken aus Illustrierten Zeitschriften des Rom e.V. gewidmet.
Die Bestände lieferten einen tiefen Einblick in die bildliche Konstruktion rassistischer Stereotype. Die Bestände wurden in ihrer Motivik und Ikonographie erschlossen und dienten als Grundlage interdisziplinärer, rassismus- und postkolonialismuskritischer Antiziganismus-Forschung.

Unterstützung des Projektteams DigiRom

Zur Unterstützung des Projektteams DigiRom wurde im Verlauf das Gremium Critical Friends gebildet. Das Projektteam erhielt aus dieser Zusammenarbeit Beratung und Handlungsempfehlungen, wie antiziganistische Bilddarstellungen einerseits gezeigt und andererseits nicht unreflektiert reproduziert werden können. Besonders der Punkt der Vermeidung einer unreflektierten Reproduktion ist wichtig: Bis heute werden Rom:nja und Sinti:ze mit der übergestülpten Fremdbezeichnung gleich gesetzt. Um die bestehenden, auch visuell determinierten Rassismen nicht zu reproduzieren, musste den Handlungsempfehlungen entsprochen werden.