Pressemitteilung: Rassistische Beschimpfungen und unangemessener Polizeieinsatz –
Antiziganismus-Vorfall in Kölner Universitätsklinik
Beim Besuch in der Uniklinik berichtet die Familie S.: Die Angehörigen wollten den Besuch einer frisch entbundenen Mutter und ihres Neugeborenen mit einem gemeinsamen Essen im offenen Foyer des Klinikgebäudes verbinden. Der Betreiber des Klinik-Kiosks hatte nach Angaben der Familie zugestimmt. Kurz nach der Ankunft soll eine leitende Ärztin die Gruppe laut und ohne Begründung aufgefordert haben, das Gebäude zu verlassen, und unverzüglich die Polizei alarmiert haben. Die Familie berichtet, die eintreffenden Polizeikräfte seien ohne vorherige Klärung des Sachverhalts in scharfem Ton aufgetreten, hätten keine Vorstellung ihrer Identitäten vorgenommen und sofort eine Zuschreibung zu einer Roma-Großfamilie hergestellt, zu der keinerlei familiäre Verbindungen bestehen. In der Folge wurde die Familie S. rassistisch beleidigt und massiv eingeschüchtert. Überdies soll ein Polizeibeamter auf den Hinweis, das Vorgehen erinnere an die NS-Zeit „Was war so schlecht am Nationalsozialismus?“ geäußert haben.
Der Rom e.V. hat den Vorfall bei der Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus (MIA) gemeldet, eine Strafanzeige mit Strafantrag und Dienstbeschwerde beim Polizeipräsidium Köln gestellt und eine Beschwerde bei der Uniklinik Köln eingereicht, und fordert eine unabhängige Untersuchung des Falles.
Hier die Pressemitteilung mit einer detaillierten Schilderung des Falles sowie – in einem gesonderten Dokument – weitere Hintergrundinformationen und eine Einordnung.